Nimm zwei ??? Quatsch !!!

von Quoten und Zoten am Nordseestrand

Die Appendix vermiformis ist ein ca. 10 cm langes Anhängsel des Blinddarms und neigt dazu, sich gelegentlich zu entzünden. Bei Magdalena war dies just am 7. April 2011 der Fall, und der sogenannte Wurmfortsatz wurde – schwupps – am Folgetag entfernt. Das wäre sicher nicht so spektakulär, wenn Magdalena nicht die 13-jährige Tochter unseres Chorleiters Elmar wäre, und, von der Narkose noch umnebelt, hauchte: „Papa, fahr nicht!”
Elmar ist ein brillanter Organist, ein verdammt guter Chorleiter, aber – er ist eben auch Papa. Und somit stand seine Reise nach Ellemeet 2011 auf (des Chirurgen) Messers Schneide und dem Rest von KALOBRHI ein unmusikalisches Wochenende bevor, was wir wahrscheinlich mit noch mehr Bierkonsum beantwortet hätten.
Glücklicherweise war nach Abklingen der Narkose der Papa für Magdalena nicht mehr so wichtig, das Fernsehprogramm ab 20:15 Uhr rückte in den Fokus der Teenagerin, und – ein Hoch auf die kurzen Narkosen der Kevelaer Anästhesie, den sicheren Schnitt der Operateure und PRO7 – Elmar war pünktlich am Bus um 17:00 Uhr in Hinsbeck und trank um 17:01 Uhr das erste Bier. Notgetrunken (unglaublich gutes Wortspiel) taten es ihm die Vorstandsmitglieder Steffi und André gleich…

Siggi freute sich königlich, denn frühzeitig berechnete er das diesmalig rekordverdächtige Männer-Frauen-Verhältnis, und kam kurz hinter Eindhoven drauf, dass pro Mann fünf Frauen mitfuhren. Folgerichtig nahm Elmar den Jazz-Klassiker „Take Five” ins Programm auf. Dies führte zu seltsamen Auswüchsen schon auf der Fahrt. Ulrike stellte sich schlafend, damit Elmar ihr zwischen die Beine griff, um an das Bier heranzukommen. Anja vergaß einfach ihre Fastenzeit und verspeiste Weingummis und Schokolade. Und Michaela meinte allen Ernstes, Männer würden immer zu wenig lutschen.
Kein Wunder, dass es diesmal schon am Freitagabend mordsmäßig abging. Jochen hatte mit Laptop und Sub- woofer aufgerüstet und beschallte den halben Recreatie- park Klaverweide. Elmar und Ria war das alles zu laut, aber sie fanden ihre Ohren nicht und steckten daher Salzstangen in die Nasen. Bettina ließ ihren Tequila kreisen, wir grölten „Bohemian Rhapsody” und „Dancing Queen”. Irgendwann zog es verwegene Chor- mitglieder sogar als Polonaise durch den Schlaftrakt. Und so ging die Party für die Letzten bis 4:30 Uhr morgens, was den Stimmen am Folgetag nicht wirklich gut tat.

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