Gangsterbosse aus Chicago in Nettetal

KALOBRHI bei der Ausstellungseröffnung von Robert Nippoldt

Ein Oldtimer aus dem Jahre 1925 biegt langsam um die Ecke. Maschinenpistolen verschwinden unter Nadelstreifenanzügen. Federboas, überwiegend in Rot, bieten grelle Kontraste zu den dunklen Hüten und Sonnenbrillen, die die spannungsgeladene Szenerie beherrschen. Von der oliv getönten Wand lächelt ein Porträt des Bosses aller Bosse, des gefürchteten Al Capone. Gehetzte Blicke hinter dem Ausschank. Alkohol wird hier nur in Papiertüten unter der Theke verkauft, die Preise sind astronomisch.
Dem Oldtimer entsteigt im beigen Trenchcoat der Bürgermeister. Die Sonnenbrille bietet nur unzureichende Tarnung. Man hat ihn erkannt und wird ihn nun zu einer Rede zwingen.

Vorher jedoch beginnt ein Klavier zu klimpern. Der Mann am Klavier scheint sich hinter dem wuchtigen Instrument zu ducken. Dunkel gekleidete Männer und Frauen sammeln sich um den Pianisten und zücken blitzschnell schwarze Ledermappen. Eine E-Gitarre wimmert und es wird still in Lobberich. Plötzlich hört man Stimmen: „Won’t you stop and take a little time with me, just take five”…

KALOBRHI hat sich in die Unterwelt begeben, incognito, um ein skurilles Event musikalisch zu begleiten, eine Ausstellungseröffnung mit Werken des Kranenburger Künstlers Robert Nippoldt. Die Ausstellungseröffnung findet in der Werner-Jaeger-Halle statt und begleitet die Criminale 2011, die am Niederrhein stattfindet.
Der Nettetaler Bibliothekar Ulrich Schmitter hat für den Verein Nettetaler Literaturtage eine schöne Veranstaltung organisiert, zu der wir gerne gekommen sind.
Die Ausstellung ist echt klasse. Die Grafiken finden auch bei den Chormitgliedern Anklang. Reihenweise lassen sich vor allem die Altistinnen unseres Chores Autogramme des Künstlers in Goldlack in die Notenmappen gravieren.
Bürgermeister Christian Wagner gibt eine schöne Übersicht über das Chicago der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts – und überzieht seine Redezeit nicht. Die zahlreichen kostümierten Zuschauer haben sichtlich Spaß an dem Event.

Gerne testen wir einige unserer Jazzstandards als Promotion für das anstehende Jazzkonzert und fügen mit dem „Tango criminale” einen stim- mungsvollen Männerchor hinzu. Stefan glänzt dabei, lässig ans Piano gelehnt, mit einem unheilvollen Vibrato. Markus begleitet uns auf der E-Gitarre, und keiner, wirklich keiner, schießt auf den Pianisten.