von der Entstehung zum Programm

Auf der Suche nach einem neuen Thema für unser nächstes Konzert sprachen wir über unsere sehr erfolgreiche Reihe „From Byrd to Beatles”, in dem wir die englische Chormusik von der Klassik über ei- nige Volkslieder bis hin zu Liedern der neueren Zeit vorgestellt hatten.
Warum, so unsere Überlegung, machen wir so etwas nicht auch einmal in einer anderen Sprache?
So gingen unsere Überlegungen zu- nächst einmal zu unserem anderen Nachbarn nach Frankreich. Allerdings wurde uns beim spontanen „Auf- sagen” schnell bewusst, dass wir so viele französische (Chor-)Kompo- nisten gar nicht kennen. Nun tun wir den Franzosen damit bestimmt un- recht, denn eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema hätte wahrscheinlich sehr viele würdige Vertreter in unsere Erinnerung gespült.

Das Naheliegendste aber lag mal wieder fern.
Der Gedanke, ein Konzert in unserer Muttersprache zu veranstalten, musste wohl erst reifen. Nachdem die Idee aber erst einmal geboren und aufgenommen war, sahen wir uns schnell zwei Problemen aus- gesetzt.
Auf der einen Seite fielen uns so viele „alte Meister” ein, dass wir mit den Liedern auch gerne hätten zwei Konzerte füllen können. Auf der anderen Seite hingegen begegnete uns ein Problem, dass für unsere Kultur (leider) typisch geworden ist. Während man in England von jedem Poplied binnen kürzester Zeit Chorsätze für einfache bis hin zu vielstimmigen Ensembles erhalten kann, gibt es in Deutschland so etwas nicht.

Die Suche nach Noten aus der neueren Zeit begann. Recherchen in entsprechenden Katalogen waren wenig ergiebig und endeten schließ- lich damit, dass man Künstler oder deren Agenturen direkt anschrieb. Doch während die einen noch sehr charmant mit „Wir sind Rock- musiker, wir schreiben keine Noten auf. Wenn ihr es singen wollt, dann müsst ihr es abhören und selbst aufschreiben.” antworteten, bekam man von anderer Seite, wenn überhaupt, einen dezenten Hinweis auf eine eventuelle Urheberrechtsverletzung. So entstand „Do kanns zaubere” schließlich aus Elmars Feder, andere Stücke blieben auf der Strecke.
Nicht alles ist aber schlecht in der Neuzeit. Je ein Lied der Wise Guys und Roger Ciceros retten diese Ära.

Was erwartet Sie denn aber sonst noch?
Wir hatten im wirklichen Sinne die Qual der Wahl und so ist ein sehr individuelles, eben unser Programm entstanden. Wir präsentieren manchen Klassiker, geben aber auch manch unbekanntem Lied eine Chance. Klar, Bach muss sein, Brahms und Mendelssohn-Bartholdy sind dabei und auch Mozart. Schließlich bekommen ein Distler und die so famosen Comedian Harmonists Ihren Raum.
Wenn Sie am Ende des Konzertes denn aber einen „wirklich wichtigen Vertreter” vermisst haben, so sehen Sie es uns bitte nach, es ist unsere sehr eigene Zusammenstellung — und schließlich muss jedes Konzert ja auch einmal enden.