Mozart Requiem

Als Chorleiter Elmar Lehnen mitten im Lacrimosa innehielt und Chor sowie Orchester eine halbminütige Pause verordnete, da konnte man in St. Peter als auch in St. Anna (bis auf einen Huster - schade) eine Stecknadel fallen hören, und das, obwohl beide Konzerte von über 400 Zuhörern besucht waren.
An dieser Stelle, mitten in der Komposition des Requiems, seines Requiems, hatte der Tod Mozart die Feder aus der Hand genommen.
Ergriffen waren die weit über achthundert Zu- schauer von KALOBRHIs Interpretation des Re- quiems, welches am 20.11. in Nettetal-Hinsbeck in der Pfarrkirche St. Peter und am 21.11. in St. Anna in Mönchengladbach-Wind- berg gegeben wurde.

Elmar Lehnen hatte den Chor auf den Punkt in Form gebracht, und so überzeugte der Chor mit Leidenschaft und Dynamik das Publikum.
Die 60 Sängerinnen und Sänger boten dabei ein beachtliches Stimmvolumen. Besonders die Sopranstimmen glänzten in den Höhen.

Unterstützt wurde die konzertante Aufführung durch das sehr gut aufgelegte Orchester der Konzertvereinigung Düsseldorf. Das Zusammenspiel von Chor und Orchester funktionierte hervorragend, so dass man kaum glauben mag, dass sich die beiden Ensembles erst vor der ersten Aufführung ein erstes Mal zu Proben zusammengefunden hatten.

In den Soli glänzten Gudrun Tollwerth-Chudaska (Sopran), Gabriele Janich (Alt), Markus Heinrich (Tenor) und Marc Morouse (Bass).
Den fünften Solisten des Abends hatte bereits zuvor der Klarinettist Jürgen Löscher aus Mönchengladbach gegeben, der zusammen mit der Konzertvereinigung zum Auftakt Mozarts Klarinettenkonzert aufgeführt hatte.
Es ist jenes Werk, von dem man meinen möchte, dass den Komponisten beim Schreiben des zweiten Satzes eine Todesahnung überfallen hätte. Löscher spielte gefühlvoll - der zarte Klang der Klarinette schwebte in den Kirchen­gewölben.

Auf die Leistung des Chores und insbesondere seines neuen Leiters kann man in der Nettetaler Heimat der Sängerinnen und Sänger stolz sein.
Elmar Lehnen hat in den vergangenen elf Monaten den Chor zu einem fulminanten Klangkörper geformt, der der Aufgabe eines großen geistlichen Chorwerkes gewachsen war. Dass er als Dirigent die rund 100 Aktiven stets im Griff hatte, versteht sich da fast schon von selbst.
Ein lang anhaltender Applaus am Ende beider Vorstellungen bestätigte alle Aktiven.