Kalobrhi rockte ein „Intermezzo”

Alte Kirche wurde zur Choral-Disco. Erstes Konzert unter neuem Chorleiter Elmar Lehnen

Nettetal. Die düstere Gewitterstimmung in Lobberich kam den Akteuren rund um den Nettetaler Kalobrhi-Chor wohl gelegen, denn sie ermöglichte eine passende, durch spärliche Lichteffekte verstärkte Atmosphäre in der alten Kirche. Der nunmehr elf Jahre alte Chor hatte zu seinem ersten Konzert unter seinem neuen Chorleiter Elmar Lehnen geladen und sich Verstärkung aus Kevelaer mitgebracht. Zusammen mit der Schülerband des dortigen Kardinal-von-Galen-Gymnasiums boten die rund 30 Sängerinnen und Sänger ein abwechslungsreiches Programm mit Pop- und Rockmusik von den Beatles bis hin zu den Red Hot Chili Peppers.

Das Konzert startete mit Pink Floyds legendärem „Another Brick in The Wall” und brachte mit Totos „Hold The Line” Akteure und Publikum in Stimmung. Mit „Let's Come Together” wurde zu einem klassischen Block mit Stücken von den Beatles übergeleitet, den der Chor, teils a cappella, teils vom Keyboard begleitet, alleine gestaltete. Der Chor bot diffizile Arrangements, die vor allem in ihrer Dynamik beeindruckten. Herausragend war die in Form eines Madrigals arrangierte, differenziert vorgetragene Version des „Can't Buy Me Love”. Mit dem fetzigen „Get Back” bot dann die Band unter der souveränen Leitung von Markus Birkhoff ihren zweiten Block.

Höhepunkt des Konzertes war dann die Interpretation von „Bohemian Rhapsody” der legendären Rockgruppe Queen in einer Version für Chor und Band, wobei der von KALOBRHI intonierte achtstimmige Satz wunderbar mit dem exakten Vortrag der Musiker harmonierte. Dabei, so hieß es, habe Queen das komplexe Musikstück selbst nie live auf der Bühne gespielt. Mit „Lullabye Of Birdland” gab der Chor schließlich einen Ausblick auf die anstehenden Projekte. So soll es im Sommer 2005 ein Jazzkonzert geben.

Schade, dass es der Technik nicht immer gelang, das akustische Übergewicht der Band zu reduzieren, so dass einige stimmliche Nuancen, so die beeindruckenden Interpretationen der erst 14jährigen Solistinnen, Kerstin Sowislo und Maike Zocker, teilweise verloren gingen.
Das tat der Stimmung letztlich jedoch keinen Abbruch. Als Chor und Band zum Abschluss zum zweiten Mal „We Are The Champions” anstimmten, hielt es keinen der Zuschauer länger auf den Stühlen.

Für KALOBRHI treten jetzt wieder „klassische Zeiten” an, denn Elmar Lehnen bittet fortan zu den Proben zu Mozarts Requiem, welches am 20. November mit großem Orchester in Hinsbeck aufgeführt werden soll.